Würmer

Erfolgreiche Wurmbekämpfung

Hunde und Katzen jeder Rasse und jeden Atems können von Darmparasiten befallen werden. Dieser Wurmbefall ist nur in den allerseltensten Fällen zu sehen. Um einen Befall feststellen zu können, muss eine Kotprobe des betroffenen Tieres mikroskopisch untersucht werden. Um die verschiedenen Entwurmungsstrategien verstehen zu können, müssen vorher einige
Grundsatzfragen erläutert werden.

Woher kommen die Würmer?

Hunde und Katzen können die infektiösen Eier, Wurmlarven
oder Zwischenwirte wie Mäuse, Vögel, Schnecken u.a. abschlucken (z.B. beim Schnuppern oder der Fellpflege). Damit beginnt der Kreislauf innerhalb der Tiere und die Wurmeier können zu Larven und erwachsenen Würmern heranreifen. Diese pflanzen sich weiterhin fort und produzieren neue Eier, die mit dem Kot des Tieres ausgeschieden werden, in die Umwelt gelangen und wiederum von anderen Tieren aufgenommen werden können. Auch der Mensch kann Wurmeier aus der Umwelt mit dem Schuhwerk oder an der Kleidung haftend transportieren und ist somit ein potentieller „Komplize“ zur Parasitenübertragung. Ihr Haustier kann dann die von der Kleidung oder den Schuhen abgefallene Eier z.B aus dem Teppich aufnehmen. Hunde-, und Katzenwelpen infizieren sich zumeist über die Muttermilch da im Gesäuge des Muttertieres auch ruhende Larvenstadien bestimmter Würmer auf ihre Übertragung warten.

Ist Wurmbefall gefährlich?

Ja ist er! Leider werden die gesundheitlichen Probleme, die mit einem Wurmbefall von Hund und Katze einhergehen von den Patientenbesitzern stets unterschätzt. Da die Larven bestimmter Würmer, innerhalb des Tieres, eine Körperwanderung durchlaufen (Darm > Blutkreislauf > Leber > Lunge > wieder Darm), können fast alle Organe Schäden davontragen. Es kommt auch recht häufig zu Blutbildveränderungen, Erbrechen, Durchfällen oder Störung der Nährstoffversorgung – der Wurm entzieht dem Körper Ihres Haustieres viele Elektrolyte, Eiweiße, Vitamine, etc. um sein eigenes Überleben zu sichern. Folgen dieses Nährstoffentzuges treten als stumpfes Fell, schuppige Haut, Durchfall, Erbrechen, etc. in Erscheinung. Auch sind einige Würmer von Hund und Katze Zoonoseerreger – das bedeutet, dass sie auf den Menschen übertragen und auch entsprechende Krankheiten auslösen können. Organe wie Nervenbahnen, Augen, Leber oder Gehirn können großen Schaden davontragen oder in Einzelfällen zum Tod der betroffenen Personen führen.

Wie kann ich mein Tier vor Würmern schützen?

Es gibt leider keine Möglichkeit zu verhindern,dass sich Hunde und Katzen mit Würmern anstecken. Allerdings gibt es Maßnahmen, um die Gefahr zu minimieren. Ziel ist es dabei Ihren Hund oder Ihre Katze vor Schäden durch die Parasiten zu schützen und das Ansteckungsrisiko für sich und andere Menschen einzudämmen. Die gewissenhafte Beseitigung und Entsorgung von Hundekot ist die erste Maßnahme zur Risikominimierung. Der Kot sollte täglich abgesammelt und dann über den Hausmüll sicher entsorgt werden. Ausserdem steht Ihnen der Tierarzt mit Rat und Tat zur Seite. In der Tierarztpraxis können entweder regelmäßige Kotuntersuchungen oder aber auch strategische Entwurmungsmaßnahmen ergriffen werden.

Wie häufig muss eine Wurmkur durchgeführt werden?

Die Häufigkeit der Entwurmung hängt vom individuellen „Lebensstil“ des Tieres ab. Die meisten Tiere sind mit folgenden Maßnahmen sicher beraten ( Empfehlungen des ESCCAP ):

Hunde und Katzen, die unter Aufsicht Kontakt zu Artgenossen haben und keine Beutetiere fressen: Entwurmen 4x/Jahr – also alle 3 Monate

Hunde, die ohne Aufsicht freien Auslauf und Kontakt zu Artgenossen haben oder zur Jagd genutzt
werden: Entwurmen 12x/Jahr – also jeden Monat

Katzen, die häufig und gern Beutetiere jagen und fressen: Kotuntersuchung bzw. Entwurmen 12x/
Jahr – also jeden Monat

Gibt es eine Alternative zu häufigen Wurmkuren?

Die Frage nach Alternativen wird in den letzten Jahren immer häufiger gestellt. Es werden diverse Online-Berater oder Foren konsultiert, die das regelmäßige, strategische Entwurmen auf das schärfste verurteilen. Viele empfehlen eine Wurmkur NUR nach dem Nachweis eines Wurmbefalls durch Kotprobenuntersuchung – dies stellt aber, nach unserem Ermessen, keine sinnvolle Alternative dar. – dies müssen wir hier kurz erklären:

Zwischen der Aufnahme der infektiösen Eier, der Entwicklung zum erwachsenen Wurm und der Ausscheidung neuer Eier liegt eine Entwicklungszeit – die Präpatenzzeit – in der keinerlei Nachwies über einen entsprechenden Befall geführt werden kann. Dennoch ist ihr Tier infiziert! Wird innerhalb der Präpatenzzeit (ca. 60Tage) eine Kotrobe untersucht, fällt diese stets negativ aus. Sie bekommen Entwarnung von Ihrem Tierarzt – haben aber dennoch ein befallenes Haustier das ggf. im Bett schläft, kuschelt, die Hand eines Menschen ableckt, etc. . Auch werden die Wurmeier nicht in gleicher Menge mit jedem Kotabsatz ausgeschieden und es wird nie der gesamten Kot untersucht sondern nur eine „Mischprobe“. Es ist also möglich, dass eine Kotprobenuntersuchung „wurmfrei“ ausfällt, weil der entsprechende Teil der Probe, in dem sich die Eier befanden, nicht zur
Untersuchung genutzt wurde. Was bedeutet das? Die Aussage einer Kotprobenuntersuchung ist begrenzt. Finden sich innerhalb der Probe Wurmeier – fällt sie positiv aus – ist das IMMER eine Garantie für Wurmbefall. Findet sich innerhalb der Probe aber kein Hinweis auf Wurmeier – ist diese negativ – kann es sein, dass Ihr Tier dennoch befallen ist. Deshalb befürworten wir in unserer Praxis die strategische (prophylaktische) Entwurmung.

Was sind die Vorteile?

Es gibt in der heutigen Tiermedizin viele sehr wirkungsvolle Präparate in unterschiedlichen Formulierungen (Tabletten, Spot-on Präparate, Pasten, Säfte, Injektionen), die sicher zum Tod der Würmer führen, Ihrem Haustier aber nicht schaden. Da davon ausgegangen werden kann, dass unsere Haustiere stets täglichen Ansteckungsgefahren ausgesetzt sind, minimieren wir mit einer regelmäßigen Entwurmung die Ausbreitung der Wurmpopulation und damit auch das Risiko der Ansteckung für Tier und Mensch.

Bei Fragen wenden Sie sich an uns. Wir beraten Sie gern!
Ihr Praxisteam
VetTeam in Königswinter